EFFIE WU 吳逸中
Lebenslaufen
Videoskulptur, 2'48", 2006 D
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Installationsansicht parkhaus projects, Berlin, 2012 Buttons

VIDEO-Dokumentation ansehen. Quicktime benötigt.

Lebenslaufen ist eine Videoskulptur von etwa, einem Meter Grösse, bestehend einer kreisförmigen Projektionsfläche auf einem Plexiglasfuss und einem Motor mit Getriebe. Die Projektionsfläche zeigt ein 360°-Panorama eines Innenhofs, zusammengesetzt aus 24 bewegten Bildern, die in Form eines Rades angeordnet sind. An der 12 (oder auch 0) Uhr Position läuft eine Frau durch diesen Innenhof und damit von einem Bild ins nächste. Der Hintergrund im Film dreht sich dabei weiter. So verbindet sich der Film mit der genau so langsam drehenden Struktur der Projektionsfläche. Diese ist von Hand bemalt und gibt ein Gefühl von vergangenen Zeiten, vergleichbar mit der Anmutung von alten Fotos. Aufgrund der gleichen Drehung von Film und Projektionsfläche verbinden sich diese, der Film wird materiell, als wäre das Filmmaterial selbst auf der Scheibe fixiert. Dies wird noch verstärkt, indem das Videobild auf eine kreisförmige Fläche projiziert wird, anstatt den sonst üblichen rechteckigen Rahmen zusammen mit einer schwarzen Maske zu verwenden. Der Sound von Motor und quitschendem Getriebe verstärkt diese poetische Bewegeung. Über dem Fuss aus Plexiglas erscheint der Film als eine Art Planet, frei schwebend. Er ist autonom, abgeschlossen vom aussen, eine eigene kleine Welt, mit eigenem Rhythmus, eigener Geschwindigkeit und sehr viel Ruhe. Die Frau in dieser Welt ähnelt dem kleinen Prinzen, allerdings folgt sie nicht den Sonnenuntergängen, sondern dreht den Planet weiter. Sie läuft entspannt und entschlossen durch das Panorama Bilder, durch die verschiedenen Zeitschnitte, Räume, kontinuierlich durch ihr Leben. Vergleichbar mit unseren Tagen, wo immer wieder durch den Nullpunkt gehen. Es gibt weder Anfangs- noch Endpunkt, alles ist unendlich, so wie das Leben immer weitergegeben wird.
Der eigentliche Inhalt der Arbeit ist ZEN. Das Rad dreht sich in einem sehr ruhigen Rythmus, meditativ bei längerer Betrachtung. Das führt zu Ruhe. Im Buddhismus besteht die Reise der Seele nicht aus dem Durchschreiten eines Lebens, sondern vielen Leben, jedes mit Geburt und Tod, während dieselber Seele immer verschiedene Aufgaben erfüllen muss, egal in welcher Form. Man lebt weiter im eigenem Rad, auf dem eigenen Weg, mit einer eigenen Aufgabe. Wir besitzen unser eigenes Lebensrad unseren eigenen Planeten, unser Weg hört nie auf, wie ein Uhrwerk. Jeder Augenblick ist ein Stück Ewigkeit


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